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Essay: Doping

Doping ist Drogenmißbrauch

 

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Wichtige Fragen und/oder Informationen bitte an:
Quadrathlon @ ist-einmalig de

Datum: 27.6.2009

Doping: Das große, leidige Drogenproblem des Sports

Doping zersetzt den Sport. Jüngst wurde der "Pferdesport" ins Lampenricht gerückt, bald folgt wieder die Tour de France. Doping durchseucht alle Sportarten. Von extrem körperlich betonten (z.B.: Triathlon) bis zu völlig Kopf-gesteuerten (z.B.: Schach und Billard).

Was ist Doping?
Nun, Doping ist zunächst einmal Drogenkonsum. Genauso wie auch Medikamenteneinnahme, Verzehr/Genuß legaler und illegaler Drogen. Alles andere ist eine Beschönigung oder Wertung.

Der Grund, weshalb Doping dennoch anders "angesehen" wird, liegt letztlich nur an der gesellschaftlichen Bewertung:
Doper (im Spitzensport) sind "Leistungsträger", während Junkies (Zigarettenabhängige und Alkoholiker, genauso wie Heroinspritzer und Crackraucher) "Randexistenzen" sind.
Ähnlich wie im Doping wird im Übrigens auch der (Mißbrauch) von Medikamenten bewertet: Tranquilizer und Aufputschmittel werden nicht selten von Managern und dem "Otto Normalverbraucher" verwendet, und damit verharmlost oder im Bewußtsein als Droge "verdrängt".

Erst in den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass massiver Alkoholverbrauch und Zigaretten als die bedrohlichsten Drogen angesehen werden, denen unsere Leistungsgesellschaft ausgesetzt ist. Viele Jahre wurde allzu fahrlässig die Frage der Legalität als Kriterium der Gefährlichkeit benutzt. Es galten die Gleichungen: Illegal = Gefährlich und legal = unbedenklich! Diese Gleichungen sind unsinnig, mehr noch: Riskant und verantwortungslos.
So ist beispielsweise die organische und suchtauslösende Gefahr von THC (Joints, Cannabis) geringer ist, als bei Nikotin (Zigaretten).

 

Drogen (im Allgemeinen)

Drogen sind verschiedentlich Klassifizierbar, etwa nach

- Legalität (... während der Prohibition (USA) war Alkohol bspw. ebenso verboten wie Heroin in Europa)

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Gefährlichkeit (wer definierte das? Wo beginnt akute Letalität, wo Sucht?),

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Todesopferzahlen (demnach wären Zigaretten gefolgt von Alkohol, die mit Abstand härtesten Drogen, gefolgt von Heroin und erst am Ende der Liste stünden Hasch und Kaffee).

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"Natürlichkeit"/Herkunft (So kann man Alokoholische Getränke bis zu einem Anteil von ca 15% noch als natürlich bezeichnen, weil bis zu diesem Grenzwert, eine alkoholische Vergärung stattfindet, darüber hinaus muss bereits künstlich destiliiert werde, etwa Rum, Spirituosen, Liköre etc; Viele (Drogen-Pflanzen wachsen natürlich, aber viele Drogen -Substanzen werden aus den Pflanzen (Koka, Mohn, Pilze, etc) destilliert oder chemisch verändert, sind also künstlich).

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Wirkung (Psycho-Drogen (LSD, Psychopharmaka, Alkohol versus Physiodrogen Anabolika, Speed, EPO, etc),

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Allgemeine Statistiken. Hierzu kann man allerdings auf die witzige Weisheit verweisen, demzufolge man nur der Statistik glauben darf, die man selbst gefälscht hat
Beispiel 1: Psychopharmaka werden nicht statistisch erfasst, sind aber stark verbreitet;
Beispiel 2: In Bezug auf EPO gibt es Aussagen (die vermutlich eher noch bedrückender wären, wenn sie genauer belegt wären), demzufolge 10% der Weltjahrproduktion an für Patienten verschrieben und verabreicht werden, wofür sie gemacht sind. Die verbleibenden 90% werden sicherlich nicht allein von der viel bescholtenen Teilnehmern der Tour de France "konsumiert".

Fazit/Kleinster gemeinsamer Nenner:
Eine Droge ist ein Stoff, den man als Mensch nicht vital, "zum Leben" benötigt. Drogen sind demzufolge beispielsweise Kaffee, Opium, Morphium, Anabolika, Paracetamol, Kortison, Heroin, Alkohol, Speed, Schlafmittel, EPO, Tabak, Hasch, etc (Die Reihenfolge ist bewußt in jeder Hinsicht unstrukturiert!!!).

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"Umgangssprachliche" Drogen - Definitionen:

- Doping = Medikamentierung von gesunden Menschen

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"Drogen" = Illegale Wirkstoffe - natürlich (Cannabis, Stechapfel, Alk, etc) oder chemisch (Heroin, etc)

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Medikamente = für Kranke Menschen zur Heilung: Valium, Speed, Ephedrin, Anabolika, Antibiotika, Epo, etc

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Gesellschaftsdrogen (Legale Drogen, Genußmittel) = Alkohol, Zigaretten, Kath, aber auch mildere wie Coffein und halblegale, tolerierte wie Hasch.

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Die Doppelzüngigkeit bei Drogen

Quasi jede Gesellschaft kennt Drogen und quasi keine kommt ohne sie aus. Oft haben sie durchaus positive Wirkungen.

So spricht man Alkohol und Marihuana lindernde und/oder kreative Wirkung zu;
Uund die Wirkung von Nikotin wird als stressabbauend angesehen.
Halluzinogene Drogen wie LSD oder Pilze sollen Maler, Musiker und andere Künstler zu Meisterwerken angeregt haben und Kokain gilt bekanntlich als High Society Droge.

In Europa haben sich andere Drogen etabliert (Zigaretten, Wein und Bier, Sprituosen) als in Asien, Afrika und Amerika (Kokain, Marihuana, Kat).

Allein aus unserer "egozentristischen" Sichtweise verurteilen wir Kiffer, die die natürliche, relativ milde Droge Hasch (aus der Hanf-Pflanze) rauchen, während wir konservative CSU-Politiker, die vollberauscht das Maß Bier in die Kamera halten, als staatstragend verehren.

An dieser Stelle sei die "vorbildliche" Aussage eines höchstamtlichen CSU-Politikers in 2008 in Erinnerung gerufen, der vor laufender Kamera erklärte, dass man mit 2 Maß Bier (2 Liter!) noch bedenkenlos Autofahren könne (dieser ruderte nach deftiger Kritik aber schließlich zurück).

Umgekehrt wurde in Bayern einem mutigem Mann mit Zivicourage, der Kinder vor brutalen Schlägern rettete und dabei selbst berufsunfähig zusammengeknüppelt wurde, ein Verdienstkreuz in München verwehrt, als kurz vor dessen Auszeichnung bekannt wurde, dass er wegen eines Joints vorbestraft war...


Diese Episoden sprechen für sich!

Übrigens: Generell gilt im deutschen Strafrechtssystem die absurde Begründung, dass man unter Alkohol weniger schuldfähig ist (obgleich man sich doch aktiv und bewußt in diesen Zustand versetzte).
Straftaten im Vollrausch werden meist milder bestraft, als wenn man sie in nüchternem Zustand begeht.
Formel: Straftat - Alkoholdelikt = Strafmaß.
In den USA gilt hier die umgekehrte Sichtweise (und m.E. die damit bessere Rechtsfolge), dass man unter Alkohol begangene Straftaten tendenziell eher höher bestraft.
Formel: Straftat + Alkoholdelikt = Strafmaß.


Eine noch deutlichere Doppelzüngigkeit kann man im Land der Extreme, den USA, sehen: Der Präsident Bill Clinton wird von den Republikanern (dem dort konservativen Flügel) moralisch scharf wegen eines Joints verurteilt, den er ohne Zwang zugab als Student geraucht zu haben ABER kurze Zeit später wird der Republikaner G.W. Bush deren Präsident. Bekanntlich war Bush jahrelang schwerst an Alkoholsucht darbend bevor er Kreationist wurde.

Dies ist ein absurdes Kuriosum angesichts von Alko-Pops, Millionen von Alkoholikern und Flatrate-Sauf-Gelage bei Jugendlichen (Noch 1994 hieß es aus der Pressestelle des BGH: "Es sei jedoch zu beachten, dass Alkohol eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten habe, denen auf Seiten der rasucherzeugenden Bestandzteile und Produkte der Cannabis-Pflanze nichts vergleichbares gegenüberstehe, Es dominiere die eine Verwendung des Alkohols, die nicht zu Rauchzuständen führe; die berauschende Wirkung des Alkohols werde durch soziale Kontrolle überwiegend vermieden. Dagegen stehe beim Konsum von Cannabis-Produkten typischerweise die Erziehlung einer berasuchenden Wirkung im Vordergrund".).

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Legalität als Diskussionsgrundlage

Falsch ist die in der Gesellschaft oft verstandene Gefährlichkeit mittels der Definition der Legalität, obwohl - bzw. wohl gerade deshalb! - dies eine denkbar vereinfachende Klassifizierung ist:

- So wird der genüssliche Weintrinker oder gesellige Biertrinker - zu beiden Spezies zählt sich der Autor im Übrigen auch! - in muslimischen Gottesstaaten bereits als eine Art "Junkie" betrachtet;
- Oder Raucher ist in vielen Ländern bereits ein verachtetes "Aussonderungs-Subjekt";
- In Holland und den Ur-Einwohnern Amerikas ist Cannabiskonsum oder aber das Kauen von Koka-Blättern eine unproblematische Lebenswirklichkeit (So werden in Peru geringe Mengen der Koka-Pflanze als Tee gebrüht als lindernd bei Höhenkrankheit getrunken).

Absonderlich ist in diesem Zusammenhang das nicht selten zu beobachtende Phänomen, dass Süchtige gerne Suchtkranke von anderen Drogen besonders heftig attackieren:
So verurteilen selbst Tabak-Junkies mit Raucherbein und Lungenkrebs den Gelegenheitskiffer als Drogensüchtigen und abgestürzte Alkoholiker diffamieren den Extasy-Konsument.
Das ist ein lächerliches, jämmerliches Bild.

Vielmehr dürfte bei fast allen Drogen - nach meinem angelesenen Wissen schließe ich allerdings chemisch hergestellte oder veränderte Drogen kategorisch aus, also etwa Heroin - der alte Grundsatz von Paracellsus gelten:
Die Dosis macht es!

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Was aber macht Doping, als Drogenmißbrauch, eigentlich verwerflicher als andere Drogen? ...


Doping (im Speziellen)

Doping ist Drogenkonsum!

Im Spitzensport ist er aber neben der Selbstzerstörung vor allem auch Betrug am Dritten, nämlichen dem Zuschauer und Fan, der ehrliche Leistung sehen will und dafür schwer verdientes Geld zahlt.

Bei Freizeitsportlern ist es der Betrug zwar weniger erheblich und letztlich nur Irrsinn. Denn wen interessiert es schon, wenn beispielsweise ein Langdistanz-Läufer bei einem Marathon mit EPO 15 Minuten schneller läuft und dann als 5476. statt 6014. ins Ziel kommt? Genau: Nur einen selbst und eine paar Bekannte.

Da erstaunt es wie Wirklichkeitsabgewandt viele Freizeitdoper sind, wenn diese in den Spiegel schauen und sich selbst eine "gute Verbesserung" attestieren.
Sicher gibt es auch einen Zwischenbereich, wo Amateur-Leistungssportler mit Doping "medienwirksame" Ergebnisse erzielen und sich damit "Ruhm und Ehre" erschwindelt. Und direkt ehrliche Sportlerseelen um deren ehrlichen Erfolg prellen.

Doping gehört nicht neben Drogen gestellt, sondern als Unterkategorie des Drogenkonsums, -mißbrauchs behandelt!
Dies sollte die Folge haben, mit lebenslangen Sperren, Strafverfolgung und anderen Strafen (warum frage ich mich, werden für derartige Betrüger oft nur 2 Jahre Startverbot verhängt, warum werden Nachweis-Proben nunmehr 8 Jahre aufgehoben und nicht lebenslang?).

Und besonders absurd: Warum läßt man bei der Tour de France - diese wird ja immer wieder gerne als Exempel bemüht -, Radler mit Attest starten?
Ein ärztliches Attest, dass einen Kranken starten läßt? Hallo???
Ich habe gelernt, dass man ein dann Attest bekommt, wenn man krankheitsbedingt der Schule oder dem Beruf fernbleiben muss, und nicht, um krank daran teilzunehmen? Warum läßt man also "kranke" Sportler überhaupt starten?
Wer dauerhaft ein Attest benötigt, der sollte - dass weiß jeder Hausarzt zu bestätigen - eben gerade KEINEN Sport betreiben.

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Doping im Sport besteht grob aus 2 Arten der unerlaubten Leistungsförderung:
1. Psycho-Doping
2. Physio-Doping

Beide Arten haben extreme Nachwirkungen für die Gesundheit des Athleten zur Folge. Diese wird fahrlässig, des Erfolgs wegen, in Kauf genommen. Deshalb gibt es viele Drogentote (eben auch im Sport) zu beklagen, der doch gesund und vorbildhaft sein soll. Junge Menschen, die einfach nicht mehr aufwachen, ältere Ex-Sportler, die an Organschäden leiden etc pp.

Doping ist auch die vollständige Zerstörung der Würde des Sports.
Genauso wie in den Krankenhäusern der Würde des Todes durch "ein unbewußter Allmachtswahn die hochtechnisierte Medizin dazu führt, Menschen am Sterben zu hindern, statt Ihr Leben zu erhalten" (Schmidtbauer/vom Scheidt)der Boden entzogen wird.

Psycho-Doping reizt die Grenzen künstlich aus, indem sie etwa Schmerzen eliminiert oder aufputscht. Dazu gehören Amphvitamine, Psychopharmaka, Schlafmittel, Ephedrin, Tranquillizer etc.

Physio-Doping setzt auf die künstliche Ausweitung der körperlichen Fähigkeiten im Wettkampf oder Training. Bekannt sind Anabolika oder Epo, aber auch Testosteron (bei Frauen besonders wirksam) und ähnliche Drogen. Alle werden massiv eingesetzt. Auch exzessives Koffein oder Aspirin-Einnahme kann die Grenzen künstlich ausdehnen.

Die meisten Doping-Mittel sind Medikamente, die für kranke Menschen positive Effekte haben: Nämlich Heilen oder gar Leben retten.

Und wohl genau aus diesem Grund werden sie NICHT als Drogen (wie Heroin, Crack oder Extasy) wahrgenommen, sondern implizit gesellschaftlich "toleriert".

In den Medien, als Meinungsträger liest man bei Sympatieträgern wie Erik Zabel, selbst nach dessen Drogenbeichte mit Nadel, nicht etwa, dass er ein Junkie war, sondern allenfalls dass er eine "schwere Enttäuschung" und "Opfer des Systems" ist. Das ist er zwar auch, aber eben auch Ex-Junkie.

Verschärfend wirkt bei der Verharmlosung von Doping zudem, dass die Spitzen-Sportler als Leistungsträger unserer Gemeinschaft dargestellt werden und nicht etwa als verlotterte Hippies oder als bedauerswerte Randexistenzen der Gesellschaft.

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Warum aber die Forderung "KEIN Doping" ...und nicht, was manche fordern, deren Freigabe (üblst ist z.B. ein ernstgemeintes Anliegen der Schriftstellerin Thea Dorn)?

Antwort: Doping verzerrt den Sport - bzw. das Wesen des Sports - dramatisch.

Beispiel: Vielleicht wäre Jan Ullrich mit seinen natürlichen Talenten (und Defiziten) 10-fach-Sieger der Tour de France geworden? Aber eben nur, wenn ALLE im Peloton fair geradelt wären!

Ein Sportler misst sich mit anderen Sportlern. Dabei ist das Ergebnis eines jeden Wettbewerbs seine jeweilige individuelle Unterscheidung von anderen durch:

- Talent (z.B.: Boll, Tischtennis)
- Fleiß (z.B.: Nadal, Tennis)
- Körpergeometrie (z.B.: Friedrich, Hochsprung)
- Organ- und Muskelfähigkeiten (z.B.: Ullrich, Rad)
- Motivationskraft (z.B.: Armstrong, Rad)
- Soziales Umfeld (z.B.: Braziliens Fussballer)

Es gibt natürlich weitere Kriterien. Und die meisten dieser Faktoren werden durch Doping quasi nivelliert!
Anders ausgedrückt: Durch Medikamente werden fast alle Werte (meist bis zu den erlaubten Grenzwerten) gleichgeschaltet. Was bleibt, ist dann allein der individuelle Ehrgeiz als über-dominante Größe!

Was mich betrifft:
Ich will keine programmierten Maschinen sehen, sondern Menschen. Menschen, die verlieren, und Menschen, die überraschend gewinnen, Menschen also, die individuelle Hoch- und Tiefpunkte haben.
Ich will als Fan von XYZ nicht "wissen", dass er gewinnt, sondern mit meinem "Idol" bangen, ob er gewinnt.

Bezogen auf "meinen" früheren (Haupt-) Sport Triathlon ist beispielsweise Faris al Sultan allein deshalb so "bewundernswert" - ich nehme also an, dass er "sauber" ist, auch wenn man mir als Zyniker hier also mal eine verklärte Naivität unterstellen mag: weil er so überraschend den Ultratritahlon auf Hawaii gewann und anschließend eben NICHT zum Seriengewinner avancierte!

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Zusammenfassung:

Letzlich ist das problematische am Doping, dass nicht nur ein autodestruktiver Moment herrscht, sondern auch noch der Betrug an den Zuschauern stattfindet, die mit viel Geld (zB Eintrittkarten, TV-Gebühren, etc) sich "Unterhaltung eines fairen Wettkampfs" einkaufen.

Doping als Drogenvergehen ist deshalb in Wahrheit sensibler, problematischer zu betrachten als Drogenvergehen von "Junkies". Doping wird in der öffentlichen Wahrnehmung noch als "weniger" angewidert beurteilt, in Wahrheit aber das Gegenteil richtig ist: Sportler dienen als Vorbild (für die Breite, für die Jugend, für die Gesellschaft), aber zerstören nicht nur sich selbst (durch die Nebenwirkungen einer JEDEN Droge), sondern leisten eine desaströse Sogkraft mit Ihrem Tun.

Sport selbst nicht "produktiv" (im engeren Sinne! Selbstverständlich ist die Unterhaltungs-"Industrie" im weiteren volkswirtschaftlichen Sinne auch Produktion!), sondern dient nur dem Ego.
In diesem Sinne könnte der mit Amphetaminen und Valium "gedopte" Arbeiter oder Manager also weniger zu verurteilen sein. Der (Profi-) Sportler aber bezieht seinen "Lohn" und seine Daseinsberechtigung aus einer fairen Unterhaltung. Mit anderen Worten: Wenn man als Fan einen 100-Meter-Sprint sieht und der Sieger später als gedopt entlarvt wird, dann besteht nichts weiter fort außer der Enttäuschung der Zuschauers eben nicht das gesehen zu haben, was man zu sehen erhoffte: Ein fairen Wettkampf.
Der Zuschauer will einen Sportler vergleichen, nicht Pharmafirmen! Damit ist der "gemeine Wald- und Wiesendoper " also ein Betrüger und damit nichts anders als der Anlageberater Bernhard Madoff, der Baringsbanker Nick Leeson, der Baulöwe Schneider etc.

 

 

Maßnahmen gegen Doping:

1. Drastische Strafverfolgung nicht nur der Sportler, sondern auch des "Dealer".

1b. Rückwirkende Aberkennung aller Ergebnisse ab dem Zeitpunkt des Nachweises.

2. Harte Sperren (bei unzweifelhaftem Nachweis etwa 10 Jahre oder gar lebenslang). Wer einmal lügt, dem traut man nicht!

3. Keine Atteste als Zulassungserlaubnis für Wettkämpfe im (Spitzen-) Sport (anstelle der Bescheiningung für die Teilnahme - mit dem absonderlichen Phänomen, dass z.B. über 50% aller Profi-Radfahrer "an Asthma leiden" und hocheffizient (leistungsfördernde) Medikamente offiziell und legal verwenden dürfen

4. Lebenslange rückwirkende Aufbewahrung zur Analyse bei späteren Nachweisverfahren (und nicht 2, 5 oder 8 Jahre) sowie lebenslange, dauerhafte rückwirkende Sanktionierung.

5. Biometrische Erfassung wesentlicher Körperwerte (von Spitzensportlern) und Festlegung derer individueller Grenzwerte (statt allgemeiner Grenzwerte wie beispielsweise ein Hämatorkritwert von 55 für alle - mit dem abstrusen Effekt, dass nahezu alle Wettkampfteilnehmer dann um diesen Grenzwert schwanken...).

 

 

Interessante, weiterführende Literatur und Links:

- Doping im Radsport

- Handbuch der Rauschdrogen

- Cleanrace

 

von/by: Joachim
Datum: 27. Juni 2009